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Thema: Hähnchenmastställe in Poppenbeck und anderswo

Eine Stellungnahme der BI gegen die Hähnchenmastanlage in Havixbeck-Poppenbeck

Am 10.09.08 wird sich der Kreisausschuss, am 17.09.08 der Kreistag COE mit den Bürgeranträgen befassen.

Auf Seite 4 der Vorlage wird darauf hingewiesen, dass der Kreis hinsichtlich des LEADER-Programms nicht zuständig ist, weil es angeblich keine Kreisangelegenheit ist.

Die Baumberge-Kommunen Billerbeck, Coesfeld, Havixbeck, Nottuln, und Rosendahl (als Region Baumberge) sind 2007 als eine von 10 Regionen in NRW in das EU-Förderprogramm LEADER aufgenommen worden (Zeitraum 2008 - 2013).

Ziel ist eine zukunftsorientierte regionale Entwicklung insbesondere durch ...die Stärkung der regionalen Identität, Innenstadt- und Dorfentwicklung, Kultur, Naturtourismus, Marketing und die Steigerung der Lebensqualität. Im Mittelpunkt stehen dabei u.a. Nachhaltigkeit, sowie eine aktive Bürgergesellschaft.

Die Region erhält dafür Fördermittel in Höhe von 1,6 Mio Euro. Um von den Fördergeldern zu profitieren, müssen die LEADER-Regionen für die Projekte dieselbe Summe aus Eigenmitteln aufbringen.

Wenn seitens des Kreises behauptet wird, das LEADER-Programm sei ausschließlich eine Angelegenheit der beteiligten einzelnen Kommunen und nicht des Kreises, so muss dieses stark bezweifelt und hinterfragt werden:

Begründung:

1. Die 5 Gemeinden stellen mit über 90.000 Einwohnernca. 50 % des Kreises COE dar.

2. Die Programme sind nicht fixiert auf die einzelnen Gemeinden, sondern nur gemeinsam und durch Verzahnung sinnvoll.

3. Der Kreis ist insofern nicht nur Betroffener sondern auch Beteiligter, da er - wie schriftlich mitgeteilt - das sog. Regionalmanagement, das den LEADER-Prozess begleitet, bei der Wirtschaftsförderung des Kreises Coesfeld angesiedelt hat.

4. Im übrigen sind die Bewohner und Betroffenen der genannten Orte auch Einwohner des Kreises Coesfeld, für die der Kreis Coesfeld zuständig ist. Die avisierten Ziele haben demnach auch Auswirkungen auf nahezu 50 % der Kreisbevölkerung.

Insofern kann dieser Punkt nicht einfach mit "fehlender Zuständigkeit" abgewiesen werden, sondern es muss intensiv behandelt und geprüft werden, ob das beantragte Vorhaben diesen Zielen des Programms LEADER nicht widerspricht.

Der Kreis Coesfeld schreibt in seiner Präambel fest, dass er sich als moderner Dienstleister im Interesse der Bürgerinnen und Bürger versteht.Oberstes Ziel für den Kreis Coesfeld ist es, seinen attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum nachhaltig und zukunftssicher weiter zu entwickeln. Es gilt, die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren und wirtschaftlichen Wohlstand zu ermöglichen. Landschaft und Natur prägen den Kreis Coesfeld und sind umweltbetont weiterzuentwickeln.

Diese strategischen Ziele sind bindend.

Mit der Ansiedlung einer solchen Hähnchenmastfabrik in exponierter Lage Havixbecks gehen neben der Verschandelung der Landschaft erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen der Bevölkerung einher.

Die überwiegend vorherrschenden West- und Südwestwinde treiben die Emissionen permanent in den naheliegenden Ort. Hierbei handelt es sich lt. Prof. Dr. Domogala um sogenannte Bioaerosole, die durch die Tiere aufgewirbelt und über die Abluftanlagen gen Havixbeck geblasen werden. Und mit ihnen Milbenkot, Pilzsporen, Bakterien und Viren. Gefährlich für Allergiker, immungeschwächte, kranke  und alte Menschen.

Forschungsergebnisse aus neuerer Zeit haben noch Bakterien (Staphylokokken) in vielen hundert Meter Entfernung in erstaunlich hohen Konzentrationen nachgewiesen. Gefährlich auch deshalb, da keinerlei Filteranlagen für diese Anlage vorgesehen sind. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang insbesondere auch auf die nur etwa 350 m entfernt liegende Kindertagesstätte.

Der Rat der Gemeinde Havixbeck hat daher in seiner Sitzung am 19.06.08 sein Einvernehmen zu dieser geplanten Anlage mehrheitlich versagt. Das signalisiert, dass die Gemeinde Havixbeck diese Hähnchenmastanlage an dieser exponierten Stelle ablehnt.

Ein Aspekt ist zusätzlich für uns als Menschen zu bedenken:

In dieser Anlage, in der in 30 Tagen 39.900 Tiere (340.000 Tiere jährlich) vom Küken zum Schlachthuhn turbogemästet werden, müssen lt. offiziellen Angaben der Landwirtschaftskammer durchschnittlich 5 % während der Mast sterben, das sind 17.000 verendete Tiere jährlich, monatlich 1.416 tote Hähnchen bzw. 354 verendete Kreaturen wöchentlich.

Ob das alles mit der oben genannten Präambel sowie mit den Zielen unseres Kreises vereinbar und vor dem Hintergrund christlicher Grundwerte  verantwortbar ist, sollte jeder für sich entscheiden und hinterfragen.

Übrigens, es wird kein einziger zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen, alles geht vollautomatisch. Das hat nichts mehr mit Landwirtschaft zu tun.

Und im Geruchsgutachten wurde bereits ein zweiter Stall mit weiteren 40.000 Tieren eingezeichnet.

Schöne Grüße

Dietmar Wietholt, BI gegen die Hähnchemastanlage in Havixbeck-Poppenbeck

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